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Umzugskosten von der Steuer absetzen: So sparst du als Arbeitnehmer Geld

Bei meinem letzten Umzug hatte ich nicht bemerkt, wie viel Geld ich liegen gelassen hatte. Diese Frage lasse ich hier bewusst kurz offen; die ehrliche Antwort kam bei mir nämlich erst Wochen nach dem letzten Karton. Als Arbeitnehmerin hielt ich Umzugskosten lange für reine Privatsache, ungefähr so absetzbar wie mein Wocheneinkauf oder die neue Zimmerpflanze auf der Fensterbank. In meinem ELSTER-Tagebuch sammle ich inzwischen genau die Steuer-Tipps, die mir früher niemand verraten hat, und mein eigener Umzug war so ein Fall, den ich mir unbedingt aufschreiben musste.

Arbeitnehmer können Umzugskosten absetzen

Die kurze Antwort, die ich mir damals gewünscht hätte, lautet: Ja, wenn der Umzug beruflich veranlasst ist, gehört er bei uns Angestellten zu den Werbungskosten, nicht zu den Sonderausgaben wie etwa Spenden, was ich am Anfang glatt durcheinandergebracht hatte. Der Auslöser war bei mir ziemlich unspektakulär: Nach dem Wechsel in meinen jetzigen Stadtteil Linden-Nord war der Weg ins Büro auf einmal spürbar kürzer, und genau diese kürzere Fahrt macht so einen Umzug für das Finanzamt überhaupt erst interessant. Dafür musste ich weder den Job wechseln noch die Stadt verlassen – ich bin in Hannover geblieben und einfach nur umgezogen. Diese eine Erkenntnis hat meine ganze Sicht auf die Steuererklärung verschoben.

Der Schuhkarton als Warnung

Angefangen hatte alles mit einer alten Schuhschachtel. In die warf ich während des Umzugs jeden Beleg – den Zettel vom Transporter, die Tankquittungen, den Bon aus dem Baumarkt – im festen Glauben, das sei ordentlich gesammelt. Als ich die Schachtel Wochen später öffnete, lag darin nur ein Knäuel aus verblasstem Thermopapier, und ausgerechnet die Rechnung für den Mietlaster war spurlos verschwunden. In der vierten Woche nach dem Umzug breitete ich schließlich abends die Kontoauszüge auf dem Küchentisch aus und sah zum ersten Mal schwarz auf weiß, was das Ganze wirklich gekostet hatte. Sammeln und Wiederfinden, das wurde mir an dem Abend klar, sind zwei völlig verschiedene Dinge.

Erst überschlagen, dann jeden Kleinbeleg jagen

Was ich seitdem anders mache, klingt fast zu simpel: Bevor ich jede Kleinigkeit einzeln belege, überschlage ich grob, ob sich der Aufwand lohnt. Für die vielen kleinen Posten – die Ummeldung, ein Trinkgeld für die Helfer, das eine Kabel, das plötzlich fehlte – gibt es eine Pauschale, die man einfach einträgt, ohne jeden Kassenzettel vorzeigen zu müssen. Die großen Brocken wie das Mietfahrzeug oder eine Umzugsfirma notiere ich zusätzlich und getrennt davon. Bei meinem eher kleinen Umzug mit geliehenem Sprinter und ein paar Freunden fuhr ich mit der Pauschale am Ende besser, als hätte ich jeden verblassten Baumarkt-Bon zusammengekramt. Mein simpler Prüfstein heute: Wenn der ganze Kleinkram gefühlt unter dem bleibt, was die Pauschale ohnehin abdeckt, spare ich mir die Sammelei komplett.

Der neue Herd gehörte nicht dazu

Einen Denkfehler hätte ich beinahe in ELSTER stehen lassen: Ich wollte den neuen Herd mit absetzen, schließlich hatte ich ihn ja nur wegen des Umzugs angeschafft. Möbel und Küchengeräte bleiben aber schlicht Privatvergnügen, so gern ich es anders gehabt hätte. Beim Eintippen der Zahlen spürte ich, wie kühl die Tischplatte unter meinem Handgelenk wurde, während ich die Zeile mit dem Herd wieder löschte. Fast übersehen hätte ich dagegen die Fahrten zu den Wohnungsbesichtigungen – zum Glück standen die auf meiner Checkliste für die Steuererklärung, sonst wären sie mir sang- und klanglos durchgerutscht. Meine Freundin Felicitas aus dem Sportverein, die lieber zweimal nachfragt als einmal etwas Falsches einzutragen, hat mich am Telefon gleich mehrfach gelöchert, ob solche Besichtigungsfahrten wirklich zählen dürfen.

Mein Plan für die nächste Steuererklärung

Für den nächsten Umzug steht meine Regel schon fest, und die gebe ich gern weiter: Leg dir vom ersten Karton an einen festen Platz für die Umzugsbelege an (keine Schuhschachtel, kein Sammelsurium in der Küchenschublade) und entscheide erst ganz am Schluss, ob sich das Einzelsammeln neben der Pauschale überhaupt lohnt. Solche Ordnungssachen halte ich in meinem Tagebuch fest, damit ich sie im nächsten Jahr nicht wieder von vorn lernen muss. Wer viel von zu Hause arbeitet, kombiniert die Umzugskosten übrigens gut mit der Homeoffice-Pauschale – beides landet am Ende in denselben Werbungskosten. Meine Nachbarin Elise, die jedes Jahr kurz vor der Frist mit einem Zettel voller Zahlen bei mir klingelt und dann doch nicht mehr weiß, welche Belege sie eigentlich braucht, bekommt diesmal einfach meinen Ordnungstrick mit. Ich bin keine Steuerberaterin, und sobald es komplizierter wird, gehört das in erfahrenere Hände – aber diesen einen Handgriff nehme ich jedes Jahr mit.

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