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Krankheitskosten von der Steuer absetzen: Meine Tipps für das Elster Formular

Ein Apothekenbon über 5,20 Euro für eine Augensalbe, so ein Schnipsel, dass ihn ein Luftzug vom Tisch weht. Genau solche Kleinbelege habe ich früher achtlos weggeworfen, bis mir klar wurde, dass gerade die Krankheitskosten in Elster bares Geld sein können. Mein Kriterium ist heute simpel: Nie im Januar entscheiden, ob sich das Eintragen lohnt. Das ganze Jahr sammeln und erst am Ende schauen, ob genug zusammenkommt. Für Arbeitnehmer, die Steuern sparen wollen, sind diese außergewöhnlichen Belastungen einer der am leichtesten übersehenen Posten — und der Grund, warum ich meine Tipps für die Steuererklärung überhaupt aufschreibe.

Warum der Schuhkarton bei mir ausgedient hat

Angefangen hat mein Umdenken mit einem Schuhkarton. Jahrelang habe ich jeden Beleg einfach hineingeworfen: Rezepte, Kassenzettel, die Rechnung vom Zahnarzt, alles bunt durcheinander. Im Frühjahr habe ich dann den Deckel gehoben und komplett den Überblick verloren: Welcher Bon war schon eingetragen, welcher gehörte überhaupt ins letzte Jahr? Der Karton hat mich mehr Nerven gekostet als das Formular selbst.

Früher dachte ich außerdem: Wenn ich diese ominöse Grenze sowieso nicht erreiche, muss ich auch nichts sammeln. Das war mein Denkfehler. Man weiß vorher nämlich gar nicht, ob nicht doch ein großer Posten dazwischenkommt, der alles über die Schwelle hebt — ein Zahnersatz zum Beispiel oder eine neue Brille. Erst wenn so ein Brocken dabei ist, ziehen die vielen kleinen Belege plötzlich mit. Deshalb sammle ich heute stur alles und sortiere später.

Apothekenbelege und Rezepte für die außergewöhnlichen Belastungen werden mit dem Handy fotografiert

Beim Sortieren rascheln die Dezember-Kontoauszüge unter den Fingern, und ich hake nach und nach ab, was die Kasse gesehen hat und was das Finanzamt sehen soll. Jeden Beleg fotografiere ich inzwischen sofort mit dem Handy — das Thermopapier der Apotheken verblasst schneller, als einem lieb ist, und ein weißes, leeres Kärtchen hilft niemandem, falls doch einmal eine Nachfrage kommt.

Tagebucheintrag: ein Sonntag im Februar

„Felicitas hat angerufen — sie ruft ja grundsätzlich an, statt zu schreiben — und wollte wissen, ob ihre Physio-Rechnungen aus dem Winter überhaupt etwas bringen. Ich musste schmunzeln, weil ich mir dieselbe Frage früher selbst nie gestellt hätte. Wir haben eine halbe Stunde telefoniert, und am Ende hatte ich das Gefühl, ihr eher Mut gemacht zu haben als Fachwissen — aber genau darum geht es ja."

Im Amtsdeutsch heißt dieser Topf Außergewöhnliche Belastung, was so dramatisch klingt, als müsste man schwer verunglückt sein, damit es zählt. Gemeint sind aber schlicht Kosten, die einem zwangsläufig entstehen und die über das hinausgehen, was die meisten so im Jahr für ihre Gesundheit ausgeben. Mehr muss man für den Anfang gar nicht wissen.

Was außer Medikamenten in die außergewöhnlichen Belastungen gehört

Familienkalender mit Arztterminen neben der Elster-Eingabemaske für Krankheitskosten

Der große Aha-Moment kam beim Durchklicken der Eingabemaske. Lange dachte ich, nur das zählt, was in der Apotheke über den Tresen geht. Dabei gehören auch die Wege zu Arzt und Physiotherapie dazu, die neue Brille, die aufwendige Zahnbehandlung. Das hätte ich gerne viel früher gewusst — jahrelang habe ich Fahrten zu Behandlungen einfach verfallen lassen.

Für die Arztfahrten trage ich mir die Termine übers Jahr in den Familienkalender ein und zähle sie im Herbst zusammen — das ist wie beim Wocheneinkauf, wo am Ende doch mehr im Wagen liegt, als man dachte. Eine Sache prüfe ich vor jedem Eintrag: Was die Kasse erstattet hat, ziehe ich vorher ab. Elster will nur den Teil sehen, der wirklich am eigenen Geldbeutel hängen geblieben ist.

Vor der Grenze hatte ich anfangs echt Respekt. Dabei muss ich sie gar nicht selbst ausrechnen: Elster zieht diesen Eigenanteil automatisch ab, sobald meine übrigen Zahlen drinstehen. Kein Taschenrechner, keine Angst, mich zu verrechnen — die Maske erledigt das leise im Hintergrund, und ich muss nur meine Belege sauber eintippen.

Nicht die Töpfe verwechseln

Eine Sache habe ich lange durcheinandergebracht: Nicht alles, was mit Gesundheit oder Hilfe im Haushalt zu tun hat, gehört in denselben Topf. Für Unterstützung im Haushalt oder bei Pflege gibt es eine ganz andere Zeile mit ganz eigenen Regeln — die erkläre ich hier bewusst nicht, weil ich keine Beraterin bin und man da schnell etwas verwechselt. Als meine Mutter Hilfe im Haushalt brauchte, hätte ich das um ein Haar an der falschen Stelle eingetragen. Wer unsicher ist, kann sich vorab ansehen, wie man häufige Fehler bei der Steuererklärung vermeiden kann, oder einmal beim Lohnsteuerhilfeverein nachfragen.

Tagebucheintrag: kurz vor der Abgabe

„Geschafft, die Erklärung ist raus. Von den ersten sortierten Belegen bis zum Absenden waren es diesmal gut sechs Wochen — nicht weil es so schwer war, sondern weil ich ständig noch einen Beleg nachgereicht habe. Zur Belohnung bin ich durch die Herrenhäuser Gärten spaziert, den Kopf endlich frei. Das befreiende Gefühl ist wie nach einem Frühjahrsputz, wenn alle Fenster wieder klar sind."

Die Belege schicke ich längst nicht mehr mit, ich hebe sie nur noch geordnet auf — die Fotos auf dem Handy geben mir dabei mehr Sicherheit als jeder Papierstapel. Und weil die Abgabefrist jedes Jahr schneller kommt, als man denkt, fange ich mittlerweile schon im Winter mit dem Sortieren an, statt kurz vorher in Panik zu geraten.

Jedes Jahr ein Stück gelassener

Angefangen hat das alles mit einer Kollegin, die mich in der Mittagspause fragte, wie ich an meine gut vierhundert Euro Erstattung gekommen bin — seitdem mache ich die Erklärung jedes Jahr selbst, statt sie vor mir herzuschieben. Bei den Krankheitskosten fange ich mit den großen Brocken an, Zahnarzt und Brille, und arbeite mich zu den kleinen vor, den Fahrten und Medikamenten.

Die eine Sache, die ich jedem mitgeben würde: Wirf nichts weg, bevor das Jahr um ist. Selbst wenn die Grenze am Ende nicht fällt, hast du den Überblick über deine Ausgaben behalten — und das allein ist die halbe Miete. Wer neben der Gesundheit noch mehr sucht, kann übrigens schauen, welche Versicherungen man als Arbeitnehmer absetzen kann; das war bei mir der zweitgrößte Posten. Andere Töpfe wie Werbungskosten oder Sonderausgaben warten dann schon im nächsten Eintrag.

Was der Bescheid diesmal sagt, weiß ich noch nicht. Aber das Gefühl, sich nicht mehr vor den eigenen Steuern zu drücken, nehme ich so oder so mit — und dafür lohnt sich jeder aufgehobene Apothekenbon.

Hinweis: Hier auf der Seite teile ich, was ich selbst durchgemacht habe -- kein medizinischer, finanzieller oder rechtlicher Ratschlag. Was bei mir funktioniert hat, muss bei dir nicht funktionieren. Sprich mit deinem Arzt, Steuerberater oder Anwalt, bevor du Entscheidungen triffst, die wirklich zählen.

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